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Meine vierte Reitstunde

Meine vierte Reitstunde kann man leicht mit einem Wort beschreiben: unglaublich!
Weil ich meine Angst überwunden und mich selbst übertroffen habe.

Begonnen haben wir heute recht sanft. „Zirkeltraining“ hat sie es genannt. Ich hatte die Zügel in der Hand und sollte das Lenken mit ihnen lernen. Sprich: Elli musste mir vertrauen, sich lenken lassen und meine Fehler kaschieren.
Sie ist kein Schulpferd, im Gegenteil: Sie ist ein ehemaliges Springpferd. Sie kennt das Reiter-ABC, ich aber nicht. Daher war es für mich ein wundervolles Gefühl, wenn sie meinen versteckten Anweisungen gefolgt ist.

Doch lange hielt diese „entspannte“ Übung nicht, denn bald darauf habe ich mich im Trab wiedergefunden. Dieses Mal hatte ich einen anderen Sattel, mit anderen Steigbügeln und ich habe sie nicht verloren! Nochmal ein geniales Gefühl, nachdem mich das beim letzten Mal noch Wochen beschäftigt hat.
Also getrabbt wurde eine Weile, die ich relativ gut gemeistert habe.
Doch auch dies sollte keine entspannte Übung werden, denn ich sollte ohne Hände trabben! Nachdem die 8-jährige Schülerin es kann, muss ich es auch schaffen, oder? Mein Ehrgeiz war geweckt. Man muss dazu sagen, dass ich einen riesen Respekt vor Pferden habe, aber sobald ich auf Elli sitze fühle ich mich sicher. Es ist paradox, aber ich fühle mich wohl auf ihr, ohne auch nur einen Funken Angst. Also hab ich losgelassen. Und bin im Trab eine Runde geritten. Zwar hatte ich Momente, in denen ich dachte, ich falle nach vorn über runter, aber wirklich gefallen bin ich zum Glück nicht.
Ein voller Erfolg bisher!

Allerdings wurde auch das gesteigert: galoppieren hieß es!
Beim letzten Mal war es nichts schweres, doch dieses Mal sollte es wohl nicht so sein. Ich bin ständig nach außen, habe mich „nach rechte außen vorne“ gebeugt und wäre gestützt, wenn ich den Hilfsriemen nicht gehabt hätte. Wir haben mehrere Abläufe probiert. Beim letzten Versuch habe ich meine Ferse mehr Richtung Boden gedrückt und es hat relativ gut funktioniert.

Naja, es muss ja nicht alles perfekt laufen, richtig? Beim nächsten Mal probieren wir es wieder und ich bin gespannt, ob es eine „Wunderheilung“ gibt oder ob ich mir ein Problem aufgebaut habe. Vielleicht verstehe ich auch das Prinzip vom Galopp nicht, wir werden sehen. Mein Fokus liegt momentan voll und ganz auf dem Trab. Davor ist mir der Galopp überhaupt nicht wichtig.
Mein großes Steigbügelproblem war im Galopp wieder gering vorhanden. Vermutlich liegt mein Eindrehen daran, dass ich sie wieder verloren habe, aber das kann nur die Zeit sagen, da mache ich mir heute noch keine Gedanken. Wobei mir vorgeschlagen wurde die Steigbügel beim nächsten Mal abzumachen. Mein Gefühl sagt mir „ja, bitte, sie nerven“, aber mein Kopf schreit panisch „nein!“. Ich bin gespannt, was die nächste Stunde mir bringt.
Nach dem wurde Elli von mir noch ausgelaufen, wobei sie immer wieder vor dem Ausgang gestoppt hat. Auch sie war müde und verschwitzt von der Hitze.

Als ich Abstieg wurde mir gesagt, dass die Stunde keine halbe, wie geplant, sondern eine ganze war. Gespürt habe ich es am Becken, aber am nächsten Morgen war es nur noch ein leichtes Kribbeln, also bin ich wohl noch einmal muskelkaterfrei davongekommen.
Trotz dem Galoppproblem war die Stunde für mich ein voller Erfolg. Alles, was mir wichtig war (also der Trab), hat wunderbar funktioniert. Zwar bin ich noch lange kein Profi und fehlerfrei war ich sicher nicht, aber ich habe Elli mit dem Zügeln gelenkt und beim Trab die Hände losgelassen, das ist für mich der Jackpot!

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Meine dritte Reitstunde

Soo, ich bin überwältigt! Wir haben uns heute auf den Leichttrab konzentriert und den sollte ich nur mit einer Hand machen! Ziel ist es eines Tages komplett ohne Hände trabben zu können, damit ich nie anfange mich an den Zügeln zu heben. Natürlich mit Augen zu, denn so spüre ich instinktiv, ob ich zur richtigen Zeit hoch und runter komme. Ein wirklich unbeschreiblich gutes und freies Gefühl so zu reiten! Ich kann jedem nur von Herzen raten, einfach Mal die Augen zu schließen.

Doch trotz allem war die Stunde heute auch etwas niederschlagend, da mir der rechte Steigbügel auf der linken Hand ständig davongerutscht ist. Nach einem langen Kampf haben wir ihn zwar wieder verkürzt, aber langsam wird er wirklich zu kurz! Und passend dazu hat auf derselben Seite mein Schuh gescheuert, links war alles perfekt. Also langsam glaube ich, mit meinem Fuß stimmt etwas nicht. Deswegen werde ich mich gleich noch nach Tipps und Tricks diesbezüglich im Internet informieren.

Wir haben vereinbart zunächst nur halbe Stunden zu machen, weil ich nach der letzten ganz schön fiesen Muskelkater hatte. Die nächste Reiteinheit ist schon in zwei Tagen und wir fangen bald mit Bodenarbeit an, damit ich auch dort Erfahrungen sammeln kann.

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Meine Reitererstausstattung oder Quälgeist Nummer 1

Es gibt kein anderes Thema, das mich vor und nach meiner ersten Reitstunde so sehr verfolgt hat wie dieses. Von einer Freundin wusste ich, dass ich besser Schuhe mit einem kleinen Absatz hinten anziehen soll und dass ich einem Helm vor Ort bekomme. So ging ich also mit einem alten paar Stiefeletten zu meiner ersten Stunde und um ehrlich zu sein, habe ich mich etwas „underdressed“ gefühlt und somit habe ich mich nach dem ersten Tag nur noch mehr mit der Frage nach den richtigen Klamotten beschäftigt.

Heute, kurz vor der dritten und ersten vollen Reitstunde besitze ich eine Reithose mit Vollbesatz, ein paar richtige Reitstiefeletten und einen eigenen Helm. Handschuhe werde ich wohl, vorerst zumindest, keine brauchen. Elly ist sehr sensibel, was die Beinhilfen angeht, und so braucht man bei ihr eigentlich keine Zügel zu benutzen. Mich beschäftigt vor allem die Anregung, ob ich Chaps brauchen werde oder nicht. Übernimmt die Reithose die Arbeit von Chaps? Oder sind Chaps dafür da die Hose zu schonen? Sind sie bequemer für das Pferd? Oder gar für mich? Sind sie keine Behinderung, weil ich so weniger fühlen kann? Meine Internetrecherche hat mich unbefriedigt und mit mehr Fragen als zuvor zurückgelassen, aber ich werde mich bald mit meiner Lehrerin beraten, was sinnvoll ist und was nicht. Ich halte euch gerne auf dem Laufenden, was die Chaps und Handschuhe angeht. Falls ihr Tipps und Anregungen zu dem Thema habt, dann gerne her damit, ich würde mich sehr freuen!

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Meine zweite Reitstunde

Gestern hatte ich meine zweite Reitstunde und ich bin überrascht! Wir haben uns heute erneut an den Trab gewagt und obwohl ich sehr mit den Steigbügeln kämpfen musste (sie waren ständig zu lang und rechts ist mein Fuß länger als links?) gelang es mir tatsächlich über längere Zeit im Trab zur richtigen Zeit und im Rhythmus bleibend zu reiten! Es war ein überwältigendes Gefühl und auch wenn ich sicher nicht fehlerfrei war, es war ein wundervolles Gefühl. Letzte Woche noch fiel es mir sehr schwer überhaupt aufzustehen und heute schaffe ich es über eine längere Zeit. Dafür war Elly heute aber überaus motiviert und hat mich immer wieder mit einem Sprint im Galopp überrascht. Das sei noch nie passiert und sie sei eigentlich „bewegungsfaul“ hat mir die Lehrerin versichert. Naja, mir hat es gefallen und so durfte ich ein paar Runden im gewollten Galopp ausprobieren. Es muss wohl furchtbar ausgesehen haben, denn nach wenigen Runden sollte ich die Augen schließen. Auch wenn Elly heute sehr motiviert, fast schon wild, schien, hatte ich keine Angst. Es ist so, ich vertraue ihr schon nach dieser kurzen Zeit zusammen so sehr, dass es mir mehr Freude bereitet hat blind zu galoppieren, als mit offenen Augen. Noch nie habe ich etwas so schönes erlebt!

Damit ist auch meine zweite Stunde zu Ende gegangen. Wir haben dieses Mal etwa 45 Minuten gemacht und steigern und somit auf eine Stunde in der 3. Trainingseinheit. Übrigends hatte ich heute die Zügel nicht einmal in der Hand, weil Elly sie eigentlich überhaupt nicht braucht! Sie ist so fein, dass sie so sensibel auf Beinhilfen reagiert, das diese vollkommen für sie reichen, was ich aus erster Hand selber anwenden durfte! Sie ist ein so tolles Pferd, dass ich kaum aus dem Schwärmen rauskommen kann.

Nach dem Reiten dufte ich noch das Gewicht des Sattels testen, weil ich das gerne wollte. Der Sattel ist leichter, als ich dachte, aber Elly ist so groß, dass ich sie mit meinen unter 1,60 cm leider nicht ohne einen Hocker satteln kann. Zum Glück ist sie so lieb, dass das funktionieren würde. Zurück in der Box wurde mir noch erklärt, wie man das Zaumzeug etc. entfernt und so saßen wir wieder auf der Terrasse, bis es zurück nach Hause ging.

Ein voller Erfolg also und ich freue mich schon riesig auf die nächste Reitstunde!

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Meine erste Reitstunde

Meine allererste Reitstunde war ein Traum. Direkt von der ersten Sekunde an durfte ich auf das Pferd. Elly ist ein ehemaliges Springpferd und dementsprechend groß. Mit meinen kaum 1,60 cm bin ich neben ihr zwar ein Winzling, aber ich hatte zum Glück einen Hocker zur Hilfe. Jedenfalls ging es schnell und schwups war ich auf dem Pferd. Wie man striegelt, einen Sattel „aufbaut“ und ein paar weitere Grundlagen hat mir eine Freundin in einem Crashkurs am Tag vorher schon erklärt und das wusste meine Lehrerin, daher haben wir direkt gestartet. Eine halbe Stunde für den ersten Tag, damit ich nicht Gefahr laufe mit einem fiesen Muskelkater aufzuwachen.

Erst sollte ich mich an das Pferd gewöhnen also saß ich minutenlang im Schritt recht gemütlich und habe nur darauf geachtet gerade zu sitzen. Während dem Laufen wurde mir erklärt, wie man die Zügel hält und was es heißt auf der linken/rechten Hand zu reiten. Die Ruhe hielt allerdings nicht lange und schon habe ich mich an den Trab gewagt. Das Aufstehen im richtigen Moment schien mir unmöglich. Mit Anweisung habe ich es etwa eine halbe Minute durchgezogen und schon war die halbe Stunde um. Wir saßen dann noch etwas zusammen und haben ein bisschen geredet, bevor ich nach Hause ging.

Ich reite englisch und muss sagen, dass ich es überraschend bequem im Sattel fand. Auch wenn ich es im Trab echt anstrengend finde, war meine erste halbe Stunde ein voller Erfolg und der nächste Tag zum Glück muskelkaterfrei!

undefinedZwischendurch hatten wir übrigens Besuch von einem lebensmüden Kater, der ständig versucht hat mit der Gerte zu spielen.

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Wer bin ich?

Die Frage, wer ich bin, kann ich leicht mit nur einem Wort erklären: Ich bin ein „Reitanfänger“, also lügt mein Webseitenname schon einmal nicht. Bisher, am Tag der Veröffentlichung dieses Beitrags, habe ich erst zwei Reitstunden gehabt. Zwar bin ich nicht die beste im Schreiben von Texten, aber ich möchte gerne für mich selbst eine Art Tagebuch führen und meine Anfänge dokumentieren. Meine Hoffnung ist, dass ich so vielleicht den ein oder anderen Leser (oder Freund) für mich gewinnen kann. Vielleicht ist jemand selbst ein Quereinsteiger wie ich oder gar jemand mit Erfahrung liest von mir und muss sich amüsieren, wenn ich von einer Reitstunde erzähle? Auf jeden Fall möchte ich gerne jeden willkommen heißen, und ja, damit sind auch die Kritiker gemeint.

Die Idee mit dem Blog kam mir recht spontan. Ich habe einen Instagramaccount, auf dem ich Bilder von meinem Hund abspeichere, und wollte das anfänglich auch mit meinem Reittagebuch so machen, allerdings ist Instagram zwar super um Kontakte zu knüpften, aber mir ist der Druck krampfhaft „Follower“ zu finden dann doch zu stark. Man MUSS nämlich jedem zurückfolgen und extrem aktiv sein, damit man den Anschluss nicht verliert. Bei maximal zwei Reitstunden die Woche ist es dann schwer täglich einen Beitrag zu veröffentlichen und das möchte ich auch gar nicht. Mein Blog soll mich und andere unterhalten und keine „Pflichttexte“ beinhalten, weil ich schon seit zwei Tagen nichts geschrieben habe. Auch die vielen Bilder für die Beiträge zu finden stellen eine Herausforderung dar. Daher möchte ich hier ein paar Menschen kennenlernen, von ihnen lernen und sie im besten Fall das ein oder andere Mal zum Schmunzeln bringen.

Zwar möchte ich gerne vorerst relativ anonym bleiben, aber so ganz ohne Informationen möchte ich euch auch nicht stehen lassen, also folgen nun ein paar Sätze zu mir. Zunächst: Ich bin „schon“ 20 Jahre alt, werde im Dezember schon 21, und fange erst jetzt mit dem Reiten an. Damit beginnt meine Geschichte rund um das Thema Pferde sehr spät, aber sie beginnt und das ist das wichtige. Neben dem Reiten gehört das Lesen zu meinen Hobbys, aber auch eine gute Serie kann mich in seinen Bann ziehen. Dabei spielt es für mich keine Rolle, ob sie auf asiatisch, amerikanisch oder deutsch ist. Solange mich die Handlung packt, schaue (oder lese) ich alles. Ansonsten verbringe ich so ziemlich jede freie Minute mit meinem Hund (Golden Retriever, Rüde, heute 11 Monate alt geworden).

Für mich war es nicht leicht mit dem Reiten anzufangen. Ich besitze kein eigenes Auto und lebe zwar sehr ländlich, aber kein einziger Stall in meiner Kleinstadt bietet Unterricht für Anfänger an (außer man hat ein eigenes Pferd). Dieses Jahr war das Glück auf meiner Seite. Eine Freundin bereitet das Pferd einer Bekannten und diese hat einen Trainerschein. Es kam, wie es kommen musste, denn meine Leidenschaft für Pferde begleitet mich schon länger. „Was man nicht kennt, kann man nicht vermissen.“ Heute bedauere ich sehr, dass ich nicht schon früher mit dem Reiten anfangen konnte. Mir fehlen ein paar Jahre, die ich mit Pferden hätte verbringen können. Jedenfalls nimmt mich oben genannte Freundin nun regelmäßig mit und notfalls kann mich die Bekannte vom Bahnhof abholen. Es ist ein Traum, der nach langer Zeit wahr wurde.

Für den ersten Beitrag, denke ich, sind das genug Informationen. Wenn das Interesse da ist, kann ich auch gerne „50 Fakten über mich“ verfassen. Ansonsten bin ich immer für Fragen offen und würde mich erst einmal auf meine Reitstunden-Beiträge konzentrieren.